Bei der 2. Immobilien-Messe Stuttgart in der Carl Benz Arena nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit für Gespräche und Kontakte rund um den Erwerb von Häusern oder Wohnungen. Das Thema Sicherheit wurde in Corona-Zeiten an beiden Tagen groß geschrieben. Von Reimund Abel

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Wer ein Haus oder eine Wohnung im Großraum Stuttgart sucht, braucht viel Geduld, viel Glück – oder die richtigen Ansprechpartner.
Ein Besuch auf der 2. Immobilien-Messe Stuttgart bot sich da als gute Möglichkeit, in kurzer Zeit mit sehr viel Experten und Firmen rund um das Thema Immobilien in der Region ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung der Stuttgarter Zeitung, der Stuttgarter Nachrichten und des Stuttgarter Wochenblatts ist in dieser Art einzigartig.

Nirgendwo sonst gibt es die Gelegenheit, sich in kompakter Form aus eine Fülle an Angeboten und Information das passende auszuwählen. Und: Ungebrochen hoch ist das Interesse an Wohnimmobilien. Kein Wunder, die Investition in ein Haus oder eine Wohnung gilt als sichere Bank, die weit in die Zukunft reicht. An beiden Tagen war die Messe gut besuch. Auffallend war, dass auch viele Familien oder junge Paare in der Carl Benz Arena zu sehen waren. Viele von ihnen nahmen auch die Möglichkeit wahr, einen der zahlreichen Vorträge zu verfolgen. Dort wurden die Themen der Messe weiter vertieft.

Die Sicherheit und der Schutz von Besuchern sowie der Aussteller wurde groß geschrieben. Das erläuterte Nico Bosch, Leiter des Veranstaltungsbereichs bei der Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung (STZW). Breite Gänge zwischen den Ständen machten es möglich, immer ausreichend Abstand zu halten. Zudem waren an vielen Stellen Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt. Auf der gesamten Messe war das Tragen einer Maske vorgeschrieben.

Die Preisentwicklung geht weiter nach oben

Wer ein Haus oder eine Wohnung in der Region oder in der Landeshauptstadt erwerben will, wird nicht selten auf eine Geduldsprobe gestellt. Doch wie sieht die Lage aktuell aus? Wir haben dazu Stimmen von Ausstellern eingefangen. „Die Preisentwicklung wird weiter nach oben gehen“, sagte Klaus-Martin Pfleiderer, Geschäftsführer von Pfleiderer Projektbau. Er schätzt den Markt als „sehr stabil“ ein.

„Etwas schwierig“ sei die Lage für junge Familien, die sich den Traum vom Eigenheim realisieren wollen, sagte Jochen Kurz, Geschäftsführer KurzHolz Passiv-Haus. Es seien wenig Grundstücke verfügbar, was einen Engpass erzeuge. Hai Long Nguyen, Geschäftsleitung Immobilientechnik RE/MAX Stuttgart, sah es ähnlich: „Wir haben zu wenig Objekte auf dem Markt“, so seine Analyse. Er beobachte, dass Käufer immer noch bereit seien, Höchstpreise zu bezahlen.

Hilft es, das Umland als Standort in Betracht zu ziehen? Saskia Sommer, zuständig für Projektentwicklung, Verkauf und Marketing bei Krämer Bau: „Wir stellen fest, dass auch viele Stuttgarter in den ländlichen Raum gehen wollen.“ Dort ist der Wunsch vieler, eine Immobilie im Grünen zu besitzen, aus ihrer Sicht eher zu realisieren. Wichtig sei in erster Linie, einen guten Partner an seiner Seite zu haben, lautete der Ratschlag von Sascha Braun, Geschäftsführer Pflugfelder Immobilien Treuhand. Ein Kunde ohne fachliche Unterstützung könne nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Angebots auf dem Markt entdecken – und entsprechend bewerten.

Immobilien-Messe Stuttgart: Vorbereitungen für die 3. Ausgabe laufen bereits

Als „ungebrochen hoch“ bezeichnete Bettina Lienemann von Immobilienservice Bärbel Bahr die Nachfrage auf dem Markt. Nach Einschätzung ihres Unternehmens gebe es genügend Bauplätze, leider jedoch dauere es teilweise sehr lange, bis Bauanträge genehmigt würden. Daniel Schwöbel, Immobilienberater bei der Kreissparkasse Böblingen, wies darauf hin, dass die Finanzierung für das Wunschobjekt auf solider Basis stehen müsse. So könne man schnell reagieren. Ömür Celebei, Verrentungsexperte bei der DEGIV, hat festgestellt, dass das Interesse an einer möglichen Verrentung der eigenen Immobilie „sehr stark anzieht“.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Ihre Kunden würden immer häufiger die Möglichkeit nutzen, eine Wohnung oder ein Haus virtuell zu besichtigen, sagte Nicole Ebner (Ebner Bürkle Wohn- und Städtebau). Tim Diener, Immoblienberater von Hahn + Keller, nannte Videobesichtigungen oder 360-Grad-Rundgänge durch die Objekte als neue Wege, die von den Kunden genutzt würden. „Corona hat gezeigt, dass wir unsere Endkunden auf dem digitalen Weg sehr gut erreichen“, so Bosko Trifunovic, geschäftsführender Gesellschafter Amanthos. Als Konsequenz sei in seinem Unternehmen ein zusätzliches Geschäftsfeld für dieses Segment gegründet worden.

Die Veranstaltung sei erfolgreich verlaufen. Das bilanzierte Oliver Nothelfer, Geschäftsführer STZW. „Die Immobilien-Messe passt sehr gut zu unserer Leserschaft“, sagte er. „Das sind Menschen, die in der Region leben, sich mit ihr identifizieren. Das Angebot der Aussteller in der Carl Benz Arena war so breit, dass aus meiner Sicht für jeden Interessenten etwas dabei war.“ Nach der Messe ist vor der Messe: Die Vorbereitungen für die dritte Ausgabe im kommenden Jahr laufen.